Echelmeyerpark Tempel im Park

Endlich eine Zukunft für den „Tempel“ im Echelmeyerpark

Über viele Jahre hinweg stand der „Tempel“ im Echelmeyerpark ungenutzt da. Das ehemalige Gebäude des alten Friedhofs verfiel zusehends, während immer wieder über mögliche Nutzungen diskutiert wurde. Jetzt ist eine Lösung gefunden!

Zahlreiche Ideen und eine Lösung im Nauwieser Viertel

Vorschläge gab es in der Vergangenheit viele, doch eine dauerhafte Lösung schien lange nicht in Sicht.

Inzwischen zeichnet sich jedoch erstmals eine realistische Perspektive ab. Die Landeshauptstadt hat angekündigt, das Gebäude zu sanieren und dort gemeinsam mit dem Zentrum für Bildung und Beruf Saar gGmbH (ZBB) ein Tagescafé einzurichten. Mit der Eröffnung wird voraussichtlich im Herbst 2026 gerechnet. (Saarbrücker Zeitung 27.07.2026). Damit erhält der „Tempel“ endlich wieder eine Aufgabe – und vor allem eine Chance, nachhaltig erhalten zu bleiben.

Keine einfachen Voraussetzungen für ein Café

Bis dahin war der Weg alles andere als einfach. Zeitweise galt der Saarbrücker Gastronom Oliver Häfele als aussichtsreicher Betreiber. Letztlich zog er sich jedoch aus dem Projekt zurück. Angesichts der besonderen Rahmenbedingungen dürfte diese Entscheidung nachvollziehbar gewesen sein. Das Gebäude verfügt nur über rund 100 Quadratmeter Nutzfläche, muss aufwendig saniert werden und liegt nicht an einer klassischen Laufkundschaftslage. Gleichzeitig wurden aus Teilen der Nachbarschaft früh Bedenken hinsichtlich möglicher Lärmbelastungen geäußert. Für einen privatwirtschaftlichen Gastronomiebetrieb sind das keine einfachen Voraussetzungen.

Mit dem ZBB übernimmt nun ein erfahrener gemeinnütziger Träger die Verantwortung für das Projekt. Im Mittelpunkt steht dabei nicht ausschließlich der wirtschaftliche Erfolg eines Cafés. Vielmehr verbindet das Konzept gastronomisches Angebot und sozialen Auftrag. Gerade diese Kombination könnte dazu beitragen, dass der Standort langfristig funktioniert und das Gebäude dauerhaft genutzt wird.

Plan Nauwieser Viertel Natürlich bleiben Fragen offen. Ob das Tagescafé von den Anwohnern, den Nauwiesern, den Besuchern des Parks, den Beschäftigten der Umgebung sowie den Schülern der Mügelsbergschule ausreichend angenommen wird, lässt sich heute noch nicht beurteilen. Eine klassische Einkaufs- oder Flanierlage ist der „Tempel“ schließlich nicht. Dennoch entwickelt sich der Echelmeyerpark seit Jahren immer stärker zu einem Ort der Begegnung. Spielplatz, Sportangebote und Veranstaltungen sorgen heute schon für regelmäßige Besucher.

Der Park und der „Tempel“ liegen fast mitten im Nauwieser Viertel – auch wenn in manchen Berichten, unter anderem in der Saarbrücker Zeitung vom 27. Juli 2026, fälschlicherweise vom „Rand des Nauwieser Viertels“ die Rede ist.

Hintergründe zum ZBB

Das ZBB verfügt über langjährige Erfahrung in der beruflichen und sozialen Integration von Menschen. Es wurde 1984 als Ausbildungszentrum Burbach gegründet. Hintergrund war die damals hohe Jugendarbeitslosigkeit im Saarland und der Mangel an Ausbildungsplätzen. Ziel war es von Anfang an, insbesondere benachteiligten jungen Menschen durch Ausbildung, Qualifizierung und persönliche Unterstützung neue Perspektiven zu eröffnen.

Heute gehört das ZBB zu den bedeutenden Bildungsträgern im Saarland. Es begleitet Jugendliche und Erwachsene unter anderem bei der Berufsvorbereitung, Ausbildung, Weiterbildung und Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Dabei arbeitet die Einrichtung eng mit der Agentur für Arbeit, den Jobcentern, der Landeshauptstadt Saarbrücken sowie zahlreichen weiteren Kooperationspartnern zusammen.

Und dass das ZBB ein solches Projekt erfolgreich umsetzen kann, zeigt ein Blick auf bestehende Angebote an der Saar. Der Bildungsträger betreibt bereits mehrere Stadtteilcafés in Saarbrücken, unter anderem in Burbach, Malstatt und auf dem Ludwigsberg. Diese verbinden gastronomische Angebote mit einem sozialen Auftrag: Sie dienen als Orte der Begegnung, bieten teilweise Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt und stehen allen Bürgerinnen und Bürgern als Treffpunkt offen. Das geplante Tagescafé im Echelmeyerpark knüpft somit an ein bewährtes Konzept des ZBB an und stellt keine völlig neue Idee dar.

Egal wie erfolgreich das Tempel-Café später wirtschaftlich sein wird, es ist ein wichtiger Schritt getan: Mit der alten Friedhofshalle wird eines der ältesten erhaltenen Bauwerke des Nauwieser Viertel umfassend saniert und einer neuen Nutzung zugeführt. Nach vielen Jahren des Stillstands ist das wohl die wichtigste Nachricht. Der „Tempel“ bekommt endlich eine echte Zukunft – und der Echelmeyerpark gewinnt ein weiteres Stück Aufenthaltsqualität.